Veranstaltungsreihe zum Wohnprojekt 3

Ab dem 7. November 2012 wollen wir mit fünf Veranstaltungen sowohl über unser Wohnprojekt futur 3 informieren als auch Fragen und Perspektiven des gemeinsamen Zusammenwohnens aufwerfen und diskutieren. Dort besteht auch Gelegenheit, uns kennenzulernen. Wir wollen mit den Veranstaltungen nicht nur Menschen ansprechen, die an einer Beteiligung an unserem Projekt interessiert sind, sondern auch alle diejenigen, die wie wir auf die eine oder andere Weise nach neuen Lebensformen suchen.

Wir können auch anders
Veranstaltungsreihe zu experimentellen Lebensformen

– Ein Ausflug durch 100 Jahre gelebte Utopien: Stadtkommune, Widerstandscamp, Kibbutz, besetzte Fabriken, bäuerliche Kollektive, selbstverwaltete Dörfer
– Informationen zur geplanten Großwohngemeinschaft futur 3
– Wer uns kennenlernen und sich mit uns austauschen möchte, ist herzlich eingeladen.

Jeweils Mittwochs
7.11. u 14.11. u 21.11. u 5.12. u 12.12.2012
18.30 Uhr Imbiss
19.00 Uhr Veranstaltungsbeginn

Naturfreundehaus Köln-Kalk
Kapellenstr. 9a
(U-Bahn Kalk-Kapelle)
Eintritt frei

Mi., 7.11.2012: Zum Stand der Dinge

Auftaktveranstaltung mit Informationen zur Entwicklung von futur 3 und den Bemühungen,
aus einem ehemaligen Ort der Repression einen Raum der Bewegung zu machen.

Anschließend zeigen wir Ausschnitte aus dem Film Pfade durch Utopia. Im August 2007 haben sich Isabell Fremeaux und John Jordan auf die Suche nach Orten gemacht, an denen sowohl andere ­Lebensformen praktisch erprobt als auch Widerstand gegen den herrschenden Normalzustand organisiert wird. Die Reise beginnt mit dem Klimacamp am Flughafen London Heathrow und führt durch Landprojekte und Stadtkommunen, das selbstverwaltete Dorf Marinaleda in Andalusien, besetzte Fabriken in Serbien bis nach Christiania in Kopenhagen. Die Erfahrungen dieser sieben Monate haben sie in ihrem Buch und Film Pfade durch Utopia (Edition Nautilus, 2012) zusammengefasst.

Mi., 14.11.2012: Hazorea – Ein Kibbutz im Norden Israels

Dokumentarfilm, 80 min.
Hazorea ist das Zuhause für etwa 1 000 Menschen. 1934 wurde dieser Kibbutz von deutschen Jüdinnen und Juden gegründet und die sozialistische Idee der Kibbutzim bestimmt bis heute den Lebensalltag der Bewohner_innen. Entscheidungen werden in der Mitgliederversammlung basisdemokratisch getroffen. Privater Besitz existiert nicht und ihre Arbeitsleistung bringen die Kibbutzniks „unentgeltlich“ für das Kollektiv ein. Im Gegenzug stellt der Kibbutz Verpflegung, Unterkunft, medizinische Versorgung und oft auch Kleidung zur Verfügung. In den letzten Jahrzehnten hat sich das strenge Reglement vieler Kibbutzim allerdings gelockert. Das Kollektivbewusstsein nimmt immer mehr ab und die voranschreitende Individualisierung der Gesellschaft hält auch in den Kibbutzim Einzug.

Mi., 21.11.2012: Die Provinz, die Revolte und das Leben danach

Robert Krieg stellt seinen Dokumentarfilm (2004, 75 min.) vor: 1974 in Münster, der westfälischen Bischofsstadt. Damals zogen wir 41 Studenten, Lehrlinge, Angestellte und Kinder in das ehemalige Hotel „Kronenburg“. Wir wollten den Traum „Gemeinsam leben und politisch arbeiten“ wahr machen. Wir wollten, wie viele andere auch, die Welt verändern. Nicht mehr und nicht weniger.
Was haben wir bewegt, und was ist aus uns geworden? Ein freier Theaterregisseur, ein Werbefachmann, eine Grundschullehrerin, eine Ärztin, ein Angestellter und eine Musik­lehrerin versuchen, ehrliche Antworten zu geben.

Mi., 5.12.2012: Gewaltfreie und andere Kommunikationen

Immer wieder führen wir in unseren Beziehungen, Kollektiven und selbstverwalteten Häusern Machtkämpfe, die keinen weiterbringen, aber alle viel Energie und Freundschaften kosten. Auf der Suche danach, wie wir unsere Beziehungen verbessern können, sind wir auf die gewaltfreie Kommunikation (GfK) gestoßen. GfK kann sowohl bei der Alltags-Kommunikation als auch bei der friedlichen Konfliktlösung im persönlichen, beruflichen oder politischen Bereich hilfreich sein. Patrick, Rehzi und Hanna werden eine Einführung in die GfK nach Rosenberg geben und anschließend mit uns über ihre Möglichkeiten und Einsatzbereiche, aber auch ihre Grenzen im kollektiven Leben diskutieren.

Mi., 12.12.2012: Die Utopie leben – Der Anarchismus in Spanien

Das bislang größte sozialrevolutionäre Experiment war die spanische Revolution 1936-39. Millionen Bauern und Bäuerinnen bildeten Kollektive; tausende Fabriken und Betriebe wurden von den Arbeiter_innen übernommen. Der Dokumentarfilm gibt einen Überblick über die Vorgeschichte, über die anarchistische Bewegung Spaniens seit dem 19. Jahrhundert. Zu historischen Bildern und Filmaufnahmen erzählen 30 Zeitzeug_innen, wie sie mitten im Kampf gegen den Faschismus das Leben selbst in die Hand genommen und angefangen haben, eine andere Gesellschaft aufzubauen – sympathische alte Menschen, die sich heute noch für diesen Moment gelebter Utopie begeistern.
Dokumentarfilm von Juan A. Gamero, Katalonien 1997. 96 min., deutsche Fassung.


Wohnprojekt
futur 3 e.V.
Sechzigstr. 73
50 733 Köln

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