Demo für den sofortigen Ausstieg aus der Atomkraft

Samstag, 19. März 2011 14 Uhr Neumarkt

Die nukleare Katastrophe in Japan zeigt uns allen zum wiederholten Mal,
wie gefährlich und zerstörerisch die Nutzung der Kernenergie ist.
Atomkraftwerke sind nie und können niemals sicher sein. Seit Jahrzehnten
kritisieren das Atomkraftgegner_innen aus aller Welt, aber genauso
ignorieren das seit Jahrzehnten die Atomindustrie und die sie stützenden
Parteien. Die Grünen, die ihre Wurzeln u.a. in der Anti-Atom-Bewegung
hatten und die SPD, die ihre Pro-Atom-Politik 1986 nach Tschernobyl
aufgab, haben es Ende der 1990er Jahre in der Regierung nicht vermocht
oder nicht gewollt, durch eine radikale Positionierung den sofortigen
Ausstieg einzuleiten. Heraus kam ein Atomkonsens, der eine
Betriebsgarantie für AKWs für weitere Jahrzehnte bis 2022 darstellte.

Auch Fukushima 1 sollte diese Monate abgeschaltet werden. Doch es hat
sich gezeigt, dass sich nukleare Katastrophen nicht an politisch
festgelegte Laufzeiten halten. Nur die sofortige Abschaltung aller
Atomanlagen weltweit garantiert uns die Sicherheit vor durch
Menschenhand gemachter Verstrahlung von Menschen und Umwelt.

Das jetzt von CDU, CSU und FDP ausgerufene Moratorium von drei Monaten
mit der Abschaltung von sieben AKWs in Deutschland ist eine Maßnahme,
die erstmal beruhigen soll. Auch das endgültige Aus für Neckarwestheim
ist eher dem Wahlkampf zuzuschreiben. Die Regierungsparteien haben
einfach Angst vor Umfragewerten, die besagen, dass 80% der Bevölkerung
für den sofortigen Ausstieg aus der Atomkraft sind. Dass nach den drei
Monaten eine sofortige Abschaltung aller AKWs beschlossen werden wird,
ist sehr unwahrscheinlich. Aber auch ein Rückgang zum Atomkonsens von
Rot-Grün, wie diese ihn fordern, hieße Weiterbetrieb von AKWs bis 2022.

Die Atomlobby
Parallel zur parteipolitischen Debatte mobilisiert die Atomlobby, in
Deutschland bestehend aus RWE, E.on, EnBW und Vattenfall alle Truppen,
um ihre immensen Gewinnaussichten zu verteidigen. Die BILD-Zeitung an
ihrer Seite hat sie bereits begonnen, vor allem auf europäischer Ebene
dafür zu sorgen, dass Deutschland den Ausstieg ja nicht zu schnell
angeht. Zusammen mit den Baumeistern von Atomkraftwerken wie die SIEMENS
AG sind diese Konzerne die großen Profiteure einer mörderischen und die
Umwelt zerstörenden Technologie. Sie sind es, die mit unser aller Leben
Roulett spielen und dieses Restrisiko nennen, das nach Harrisburg und
Tschernobyl nun in Japan ein weiteres Mal innerhalb von 32 Jahren eintritt.

Jetzt handeln
Warten wir nicht länger auf den GAU vor unserer eigenen Haustür. Wir
müssen die Parteien und die Konzerne benennen und so bedrängen, dass sie
nicht mehr anders können, als den sofortigen Ausstieg aus der
Atomtechnologie umzusetzen. Der sofortige Ausstieg ist die einzig
sinnvolle Forderung. Die Forderung aber auch durchzusetzen gelingt nur,
wenn wir alle zusammen mit möglichst vielen Menschen den Druck auf der
Straße erhöhen. Wir können den Ausstieg nicht den politischen Parteien
überlassen, da sie gezeigt haben, dass sie von sich aus den sofortigen
Ausstieg nicht herbeiführen.

Lasst uns jetzt aktiv werden. Denn es ist nicht das erste mal, dass so
etwas passiert. Vor 25 Jahren, nach der Tschernobyl Katastrophe dachten
die meisten auch, dass Atomkraft keine Chance mehr hätte. Doch es kam
anders. Lasst uns diesmal verhindern, dass nach der Katastrophe wieder
zum Normalbetrieb übergegangen wird!

Demoroute
Die Demo soll vom Neumarkt zu den Büros von CDU und SPD gehen, um die
beiden großen politischen Parteien mit unserer Forderung des
Sofortausstiegs zu konfrontieren. Schließlich werden wir bis zur
Niederlassung von SIEMENS gehen. Laut IPPNW baut und baute Siemens AKWs
auch in Erdbeben gefährdeten Gebieten, spart beim Bau von AKWs bei der
Sicherheit, spart bei Wartung und Instandhaltung und exportiert
Atomtechnologie, die auch militärisch genutzt werden kann. Schließlich
hat SIEMENS alle AKWs in Deutschland gebaut. Hier muss die Forderung
klar lauten: Schluss mit dem Bau neuer AKWs weltweit!

Kölner Antiatom Plenum
Wir sind der Meinung, dass die Proteste und Aktionen schnellstmöglich
demokratisiert werden müssen. Deshalb laden wir zu einem Kölner Antiatom
Plenum ein, dessen Arbeitsgrundlage die Forderung nach dem sofortigen
Atomausstieg ist. Alle, die sich dieser Forderung anschließen und den
Druck auf der Straße weiter erhöhen wollen, sind herzlich eingeladen
teilzunehmen. Ein erstes Treffen findet am 22. März 2011 um 19:00 Uhr im
Naturfreundehaus in Köln-Kalk statt.

Atomausstieg sofort!

Kommt zur Demo am 19. März, 14 Uhr Neumarkt

Beteiligt euch am Kölner Antiatom Plenum.
(Die Naturfreunde Kalk unterstützen das Antiatom Plenum)

Aufrufer ist das Kölner Antiatom Plenum (in Neugründung)
erreichbar unter: anti-atom-koeln@gmx.net
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